Abu Hanifa & seine Beziehung zu Ahlulbayt

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Imam Abu Hanifa (gest. 767 n.Chr.) wurde in Kufa (Irak) geboren und verbrachte dort fast sein ganzes Leben. Abu Hanifa war der Gründer der Ersten von 4 sunnitischen Rechtsschulen (medheb) die wir heute als die “Hanefitische Schule” kennen. Zu seinen Lehrern gehörte auch Jafar as-Sadiq, (gest. 765 n.Chr.) ein Nachkomme des Propheten und unter den Schiiten als der Sechste von Zwölf Imamen. Abu Hanifa begegnete zudem noch den 5. Imam der Ahlulbayt Muhammad Bakir (gest. 732 n.Chr.) zum ersten Mal in Medina. Muhammad Bakir und Jafar as-Sadiq, beide Nachkommen des Propheten hatten viel Einfluss auf Abu Hanifa’s Islam Verständnis und er wurde ein Schüler der beiden großen Imame. (Muvaffak el-Mekki, menakibu Ebi Hanife, 143-144; Kerderi, Menakib, 221-222 & Ebu Zehre 64-65). Im Gegensatz zu den Schiiten sah er die Nachkommen des Propheten nicht als Heilige, sondern als ehrenwerte Menschen weshalb er von seitens der Schiiten aufgrund dessen diffamiert und verleumdet wird.

Er (Abu Hanifa) war politisch auch gegen die Ungerechtigkeit der Omayyaden Dynastie aktiv. Er verteidigte  die Nachkommen des Propheten (Ahlulbayt) wo diese auf brutalster Art und Weise verfolgt und ermordet wurden, weshalb er auch sein Leben damit bezahlte. Er war nicht nur mit dem Gewissen und der Intelligenz mit ihnen verbunden, sondern nahm auch teil an deren Kenntnis der Persönlichkeit für Wissenschaft. Für Abu Hanifa war das Beispiel der Ahlulbayt keine Frage des Schiitentums oder einer Sekte, sondern die der Menschlichkeit und der Ehre. Während die Omayyaden und nach ihnen die Abbasiden nichts weiter als Ungerechtigkeit verbreiteten, wandte er sich von dieser Dynastie von Anfang an ab. (Hatib el-Bagdadi, 384-386). Wie gewaltig die Ungerechtigkeit der Omayyaden Despotie war sehen wir an folgenden kurz gefassten Beispielen.

Muaviya ibn Abu Sufyan erklärte die despotische Monarchie zur Religion. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit dargestellt (siehe hierzu Sure 27, Vers 34).
Der Hass der Omayyaden gegenüber dem Ahlulbayt war so groß, dass diese Tyrannen Ali dem 4. Kalifen bei jedem Freitagsgebet über 70 Jahrelang verfluchten und die Gemeinschaft daraufhin mit “Amin” erwiderten. (Tabari 6/108; Askari, Ayse 1/376) Siehe auch (Ibnu’l-Esir, el-Kamil fi’t-Tarih, 3/472).

Jeder der es nur wagte, in der Öffentlichkeit über Ali (r.a.) positiv zu berichten wurde gefangen genommen und getötet. (vgl. Prof. Dr. Ihsan Süreyya Sirma – Emeviler Dönemi) & (Ibnu’l-Esir, el-Kamil fi’t-Tarih, 3/461).

Die Omayyaden etablierten einen arabischen Nationalismus. Die nichtarabischen Muslime besaßen nur wenig Rechte. Sie durften weder vorbeten, noch arabische Frauen heiraten. (vgl. Kuleyni, el-Kafi, 5/318) & (Ibn Kuteybe, Maarif, 487; Ibn Sad, 7/261; Abu Nuaym, 3/37-44)

Wir haben anhand der Kurzen Beispiele gesehen, wozu die Omayyaden fähig waren um ihre politischen Ziele durchzusetzen. Der größte Teil der sunnitschen Muslime bevorzugt es, Muaviya dem Gründer der Dynastie weiterhin zu ehren und trotz der großen Umstände als einen Großen Mann zu bezeichnen. Dies kommt vor, weil die Mentalität der Omayyaden bis heute noch lebendig ist und den Muslimen der hanefitischen Rechtsschule nur die halbe Wahrheit berichtet wird.

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5 Responses to Abu Hanifa & seine Beziehung zu Ahlulbayt

  1. Ouissam says:

    Sehr interessanter Beitrag !!
    Komischerweise werden sehr viele Dinge über die ,,Kalifen” verschwiegen.

  2. Devrow1909 says:

    Selam lieber Bruder,
    gibt es noch Werke von Abu Hanifa? Wenn ja, welche? Und könntest du mir ein oder mehrere Tafsir zum Koran in deutsch empfehlen?! Danke im voraus! Möge der Herr sich unser erbarmen!!! Selam lieber Bruder
    Gruß devrow1909

  3. Baycan Yanar says:

    Selam lieber Bruder. Hier ist eins der wichtigsten Bücher was neulich übersetzt wurde. Dieser Werk wird von den historikern seit Jahren sehr oft zitiert.

    http://www.muslim-buch.de/Islamische-Buecher/Geschichte-Biographien/Abu-Hanifa-Leben-und-Werk-des-ehrenwerten-Grossgelehrten::505.html

    Was das Tafsir anbelangt, so empfehle ich dir die von Muhammad Asad

    http://tavhid.de/?page_id=319

    Wslm

  4. Devrow1909 says:

    Selam Aleykum lieber Bruder,
    merci für die Antwort und für die Empfehlungen!!! Selam Insallah bis bald!!!:-)

  5. Ramis Örlü says:

    Salamu alaikum,

    Danke für die herausragende Buchempfehlung. Mir war unbekannt, dass es jenes bereits in Deutsch gab.

    Wesselam, Ramis

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