Der Koran! Sozialistisch & antikapitalistisch

PDF DOWNLOAD

Als der Kolumnist der Tageszeitung  “Hürriyet” Özdemir Ince auf das Buch von Yasar Nuri Öztürk “Die Sure Ma’un” aufmerksam wurde, hat er die in dem Buch angegebenen Koranverse aufgelistet und erkannt, dass der Koran ein antikapitalistisch/links-sozialistisch orientiertes Buch ist.

Die links und sozialistisch geprägten Koranverse:

Sure 107: “Was meinst du wohl von dem, der die Religion für Lüge erklärt? Das ist der(selbe), der die Waise (von sich) wegstößt. und nicht dazu anhält, dem Armen (etwas) zu essen zu geben. Wehe den Betenden, die auf ihr Gebet nicht achten, die (von den Leuten) gesehen werden wollen, und die Hilfeleistung (auf die jeder Anspruch hat) verweigern!”

O ihr Gläubigen:

Sure 9: 34-35: “O die ihr glaubt, viele von den Gelehrten und den Mönchen verschlingen fürwahr den Besitz der Menschen auf nichtige Weise und halten von Allahs Weg ab. Diejenigen, die Gold und Silber horten und es nicht auf Allahs Weg ausgeben, denen verkünde schmerzhafte Strafe. Am Tag, da im Feuer der Hölle darüber heiß gemacht wird und damit ihre Stirnen, ihre Seiten und ihre Rücken gebrandmarkt werden: Dies ist, was ihr für euch selbst gehortet habt. Nun kostet, was ihr zu horten pflegtet!”

Die Freiheit löst die Knoten der Ketten:

Sure 90: 12-18: “Doch wie kannst du wissen, was das Hindernis ist? Daß man den Knoten des Angeketteten löst, oder an einem Tag, an dem alles Hunger hat, einer Waise aus der Verwandtschaft oder einem Armen, der sich im Staube wälzt  zu essen gibt. (…)

Sure 2: 215: “Sie fragen dich, was sie ausgeben sollen. Sag: Was immer ihr an Gutem ausgebt, soll den Eltern, den nächsten Verwandten, den Waisen, den Armen und dem Sohn des Weges zukommen (…)

Der Koran ist links und antikapitalistisch:

Die angegebenen Verse sind von Prof. Dr. Yasar Nuri Öztürk’s Koran-Übersetzung (120. Auflagen).  Eigentlich könnte man für jeden dieser Verse ein Buch schreiben. Prof. Dr. Yasar Nuri Öztürk verfasste ein Buch mit 450 Seiten nur über die Sure 107 (Ma’un). Es besteht kein Zweifel, dass der Koran ein links-sozialistisch/anti-kapitalistischer Text ist. Der Koran ist für die Menschen/Völker herabgesandt und ist auf eine Interpretation der Kleriker/Vermittler nicht angewiesen.

Hürriyet 29.6. 2011

This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

6 Responses to Der Koran! Sozialistisch & antikapitalistisch

  1. Eddy says:

    Super Beitrag!Hier noch eine sehr schöne Sure zu diesem Thema:

    Und einigen von euch hat Gott reichlichere Mittel der Versorgung erteilt als anderen: und doch sind jene, die reichlicher begünstigt werden, (oft) unwillig, ihre Versorgung mit jenen zu teilen, die ihre rechte Hand besitzt, so daß sie in dieser Hinsicht (alle) gleich sein mögen. Wollen sie denn Gottes Segnungen (also) leugnen?

    Sura 16 Vers 71 Die Botschaft des Koran – Muhammad Asad

  2. Moe says:

    S.a. lieber Bruder Baycan.

    Ich habe eine Frage an dich. Wie definierst du Sozialismus und Kapitalismus?
    Denn ich kann mir weder vorstellen, dass der Islam mit dem Sozialismus zu vereinbaren ist, wie es die UdSSR verstanden hatte, noch es ein Verständnis vom Kapitalismus hat, welcher heutzutage von den “Global Players” mit ihrem Ultra-Kapitalismus umgesetzt wird.

    In Brüderlichkeit
    Moe :)

  3. Baycan Yanar says:

    A.S., lieber Moe. Das ist eine sehr gute Frage. Natürlich hat das nicht das geringste mit dem Sozialismus der UDSSR etc. zu tun. Sozialmismus ist nicht wie man immer annimmt, ein Gegenprodukt der Religion. Sozialismus heißt, Gerechte aufteilung unter den Völkern. Menschenklassen gibt es keine. achte mal genau auf die Verse die in diesem Artikel angegeben sind. Fällt dir da was auf? Sozialismus ist kein Gegensatz zur Religion. materialistischer Sozialismus wie die damaligen Marxisten ist natürlich etwas ganz anderes. Laut Koran darf niemand geld horten und über seinen Verhältnissen leben während es arme Menschen gibt, die aus Hunger sterben. Das Kapitalistische System verhindert dies alles. Bill Gates der über 400 milliarden Dollar zur Verfügung hat, könnte niemals 90 Millarden Dollar spenden können, aus steuerlichen Gründen. Der Kapitalismus würde das nicht zulassen. Wenn aber die 5 reichsten Menschen jeweils 100 millarden euro spenden würden, gebe es keinen mehr der aus Hunger sterben würde.

    wa selam ;)

  4. Ecevit says:

    Die eigentliche Diskussion um die Kompatibilität des Sozialismus mit dem Islam, wurde bereits am Anfang der sechziger in der muslimischen Welt von Prof. Mustafa Sibai mit dem Werk „istirakiyyetü l- islam“ (türk. Islam Sosyalizmi) angestoße…n.

    Prof. Yasar Nuri Öztürk hatte die Streitschrift ins Türkische übersetzt und herausgegeben. Bei vielen Muslimischen Intellektuellen und Schriftstellern kann man die Spuren dieses Werkes glasklar beobachten, z.B. bei Ihsan Eliacik und Eren Erdem.

    Vor einigen Monaten veröffentlichte Yasar Nuri Öztürk sein neustes Buch „Maun Sures Böyle Buyurdu“ (gemeint ist die Sure 107) was seit seiner Veröffentlichung heftig diskutiert wird.

    Öztürk kommt zur Ansicht: „ wenn man die Staatsordnung nach dem Koran mit gegenwärtigen Begriffen beschreiben und definieren soll, so können wir sagen, dass der Islam eine sozialistische Gesellschaftsordnung anstrebe.“ (S. 233)

    Unten sind nur einige Koranverse aufgeführt, die Prof. Mustafa Sibai in seinem Buch aufführt, die versuchen soll, seine These zu untermauern:
    9:34: “ 0 die ihr glaubt, viele von den Gelehrten und den Mönchen verschlingen fürwahr den Besitz der Menschen auf nichtige Weise und halten von Allahs Weg ab. Diejenigen, die Gold und Silber horten und es nicht auf Allahs Weg ausgeben, denen verkünde schmerzhafte Strafe.“

    9:35: „am Tag, da im Feuer der Hölle darüber heiß gemacht wird und damit ihre Stirnen, ihre Seiten und ihre Rücken gebrandmarkt werden: Dies ist, was ihr für euch selbst gehortet habt. Nun kostet, was ihr zu horten pflegtet!“

    2:215: „Sie fragen dich, was sie ausgeben sollen. Sag: Was immer ihr an Gutem ausgebt, soll den Eltern, den nächsten Verwandten, den Waisen, den Armen und dem Sohn des Weges zukommen. Und was immer ihr an Gutem tut, so weiß Allah darüber Bescheid.

    2:267: „ O die ihr glaubt, gebt aus von den guten Dingen aus eurem Erworbenen und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben. Und sucht nicht zum Ausgeben das Schlechte davon aus, während ihr (selbst) es nicht nehmen würdet, ohne dabei ein Auge zuzudrücken. Und wißt, daß Allah Unbedürftig und Lobenswürdig ist.“

    2:274: „ Diejenigen, die ihren Besitz bei Nacht und Tag, heimlich oder öffentlich ausgeben, haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.“

  5. Hesse says:

    Der Prohet (saw) war selbst Geschäftsmann und hat zeitweise viel Geld gehabt. Auch andere Propheten wie Hiob waren reich. Das ist eine Tatsache. Natürlich ruft der Koran dazu auf, den Armen zu helfen und droht Reichen, die ihr Geld horten und egoistisch sind, eine Strafe an. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Koran ein sozialistischen System komplett ohne Vermögensunterschiede etc. anstrebt oder politisch “links” ist. Mit so einem System hat der Prophet (saw) auch nicht regiert. Und dass der Koran keiner Erklärung der Gelehrten bedarf, ist auch nicht richtig. Allah ruft den Propheten (saw) an mehreren Stellen im Koran dazu auf den Koran zu erklären, d.h. der Koran kann nicht einfach so verstanden werden. Man braucht die Sunnah dazu. Und die Sunnah ist so umfangreich, dass der einfache Muslim nicht in der Lage ist, den Koran zu verstehen ohne Gelehrte, die ihre ganzes Leben mit dem Studium von Koran & Sunnah verbringen.

  6. Baycan Yanar says:

    Wenn der Prophet, wie du behauptest als Geschäftsmann viel Geld hätte, wie kam es dazu, dass er ein Haus besaß, was durchaus einer unteren Klassenschicht gleichgesetzt werden konnte? Aus unzähligen Überlieferungen zufolge hat er nicht mehr besessen als das, was er für nötig hielt, wenn wir doch schon von der Sunna sprechen? In der Tat gab es zur damaligen Zeit Begriffe wie “Sozialismus” oder “Links” nicht, doch waren Werte die wir heute als solche definieren im Koran und im Leben des Propheten wie auch seinen Anhängern unmissverständlich stark verkörpert. Zweifellos erkennt man die Haltung von Abu Dharr al Giffari, der chronologisch zum fünften Gefährten des Propheten gehörte, der den Islam annahm. Man kann ihn ohne Zweifel als den ‘Vorreiter des Sozialismus und Antikapitalisten’ betrachten. Nähere Einzelheiten über diesen Gefährten siehe http://antikezukunft.de/2014/08/26/islam-und-aufklarung-2/

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>