Ist Bukhari wirklich zuverlässig?

Sahih al Bukhary’s Hadith Sammlungen gelten nach dem Qur’an als zweit wichtigste Quelle für die Islamische Gemeinschaft. Da seine Werke als authentisch gelten, ist es vor allem in der Salafitischen Gemeinde unvorstellbar einen dieser Überlieferungen in Frage zu stellen. Doch man muss vorsichtig sein wenn es um Hadithe (Aussagen und Charaktereigenschaften des Propheten) geht, die mit dem Geist des Qur’ans nicht vereinbar sind und sich  im Widerspruch mit dem Qur`an befinden. Ich habe in der Kategorie “>>Steinigung im Qur’an?<<” einige Punkte bzgl. der Steinigung erläutert und die falschen Behauptungen widerlegt, dass der Islam die Todesstrafe angeblich legitimiert. Einige Hadithe aus der Bukhari Sammlung verstoßen gegen das Prinzip des Qur’ans und der gottgegebenen Menschenrechte. Fünf Überlieferungen aus den Auszügen von Bukhari sollten ausreichen um zu erkennen, dass diese gegen das Prinzip, das Strafgesetz des Qur’ans verstoßen [Sure 24:2] und gegen die Religionsfreiheit die uns Gott gegeben hat (2:256 – Kein Zwang in der Religion) stark wiedersprechen. Frauenfeindlich gesinnte Überlieferungen aus der Sammlung sind nicht ausgeschlossen:

Ikrama berichtete, daß Alyy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, einige Leute verbrannte. Als Ibn Abbas davon erfuhr, sagte er: ” An seiner Stelle hätte ich sie nicht verbrannt; denn der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: Vollzieht keine Strafe, mit der Allah Selbst bestraft. Und ich hätte sie hingerichtet, wie der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: “Wer seine Religion ändert, den sollt ihr töten!”

6812-… Alyy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, – nachdem er am Freitag für eine Frau die Strafe der Steinigung vollzogen hatte – sagte: “Ich habe sie nach der Sunna des Gesandten Allahs mit der Steinigung bestraft”.

“Ich sah wie der Prophet im stehen urinierte” (Bukhari 4/60, 62; Hanbel 4/246; 5/382, 394)

“Wann immer der Prophet eine schöne Frau sah, ging er sofort zu Zeynep und schlief mit ihr” (Bukhari, Hibe/8)

“Dreierlei Dinge bringen Unglück und Verderben: Pferd, Haus und die Frau. (Bukhari 76/53)

Diese Überlieferungen die sich stark im Widerspruch zum Qur’an befinden, dürfen wir nicht als authentisch akzeptieren. Letztendlich zählt das Wort Gottes im Qur’an und nicht die der Sunna. Obwohl der Prophet aufgefordert hat, nach seinem Tod keinen anderen Text außer dem Qur’an zu folgen, spricht dennoch nichts dagegen, Überlieferungen zu folgen die dem Qur’an nicht widersprechen (Beispiel; Die Gebetswaschung, das Gebet, die Praktiken des Hadsch, der Umgang mit Menschen etc.).  In einem Hadith Überliefert heißt es: >>Höret auf mich und folget mir, solange ich unter euch weile. Nach meiner Zeit, so rate ich euch, klammert euch an das Buch Gottes. Haltet für erlaubt, was es euch gebietet und für verboten, was es euch untersagt.<< [vgl. Elbani, el-Ahadis es-Sahiha, 3/358-360].

Diese Überlieferung findet im gegensatz zu den oben erwähnten Hadithen von Bukhari ihre Bestätigung in den folgenden Koran Versen:

Sure 4:87 [...] Wessen Wort ist zuverlässiger als Allahs? [...]

oder: 7:185 [...]Und an welche Botschaft/Ahadis nach dieser wollen sie wohl glauben?[...]

oder: 77:50 An welche Verkündigung nach dieser wollen sie denn glauben?

Der 2. Kalif Ummar ibn al Khattap verlangte von der Gemeinschaft, dass jeder der eine Aussage des Propheten schriftlich aufbewahrt hat, ihm zu übergeben. Daraufhin kamen ca. 500 Aussagen zusammen und er sah einige gravierende Unstimmigkeiten. Als er dies bemerkte, empfahl er der Gemeinde keinen anderen Text außer dem Qur’an zu folgen (Ibn Sa’d, Leiden baskisi, 5/140). Wenn bei 500 gesammelten Hadithen in der Zeit des Kalifen Ummar Unsicherheiten aufgekommen sind, wie ist es dann jetzt nach 1400 jahren mit über einer million Hadithen? Daher sollten ausschließlich Hadithe die zur Erläuterung des Qur’ans dienen eine authentische Gültigkeit besitzen.

Der  Gründer der ersten sunnitischen Rechtsschule Abu Hanifa (gest. 767 n.Chr.) überlieferte uns in seinem Werk:

“Der Botschofter Gottes würde sich niemals im Widerspruch zum Koran befinden. Wenn er sich zum Buche Gottes widersprüchlich verhalten hätte, würde er kein Gesandter/Botschafter Gottes sein”. (Abu Hanifa – el-Alim ve’l Muteallim S. 32-33)

Hammad ibn Zeyd (gest. 795 n.Chr.) überlieferte, dass 12000 Hadithe erfunden wurden.>> vgl. Der ägyptische Professor für Hadithwissenschaften Ebu Reyye gest. 1970<<

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Islamic theologian
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