Schicksal und Vorherbestimmung

Zu vertreten, daß dem Menschen die Zukunft und die Taten auf die Stirn geschrieben sei:

Die Wurzel dieser Glaubenslehre liegt bei den Omayyaden und in der vorislamischen Zeit. Die Omayyaden haben diese Dogma als Vorwand und als Rechtfertigung benutzt, als es um das Kalifat ging, wobei die Familienangehörigen des Propheten Muhammad auf brutalster Art und Weise ermordet wurden. (Näheres zu dem Thema findet ihr in der Kategorie >>Die Omayyaden<<)

Im Koran kommt das Wort Schicksal an elf Stellen vor und wird jedesmal im Sinne von >>bestimmtes, festgelegtes Maß<< verwendet.  An allen Stellen wird die ewige Geltung und die Unveränderlichkeit der Naturgesetze zum Ausdruck gebracht. Wie sich aus diesen Kontexten ergibt, soll der Begriff >>Schicksal<< ausdrücken, daß Schöpfung und Geschöpfe nicht von Zufall und Willkür bestimmt worden sind, keinesfalls will er jedoch besagen, daß die Taten des Menschen vorherbestimmt seien. Die Unveränderlichkeit und ewige Gültigkeit der göttlichen Ordnung wird in dichten Worten noch einer ganzen Reihe anderer Koranverse zum Ausdruck gebracht (vgl. Sure 17, Vers 77; Sure 33, Vers 62; Sure 35, Vers 43 sowie Sure 48, Vers 23). Mit den Taten des Menschen, seinem Willen und seiner Freiheit hat diese Unabänderlichkeit ganz und gar nichts zu tun. Das Unabänderliche liegt darin, daß Gott Gesetze vorgegeben hat, und nicht darin, daß er die Taten der Menschen vorherbestimmt hätte.

Der Schicksalbegriff im Koran ist ein ontologischer, auf die Schöpfung Bezogener Begriff und keiner, der sich auf die Religion oder das Verhalten des Menschen beziehen würde (vgl. Ibn Teymiye; el -Furkan, 98-110). Gott kennt die Gesetze der Schöpfung, des Seins und des Wirkens und legt diese Gesetze fest. Gott kennt das Resultat des menschlichen Handelns, determiniert es aber nicht. Würde Er es nicht nur kennen, sondern auch vorherbestimmen, müßte Er uns aus der Verantwortung entlassen. Denn es wäre eine Ungerechtigkeit, wenn er das Resultat sowohl kennen als auch vorherbestimmen würde. Gott ist jedoch bar aller Ungerechtgkeit. ( Der verfälschte Islam)

Um die Vorherbestimmung näher zu begreifen hier ein Beispiel: Wenn Gott sich wünscht, dass ein bestimmter Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Welt kommt, ist dies eine Vorherbestimmung. Die Erschaffung dieses Menschen zu diesem Zeitpunkt aber ist das Schicksal. Schicksal und Vorherbestimmung sind keine Hindernisse für den freien Willen.

Unter der Vorherbestimmung der Gesetze Gottes liegt auch der Tod des Menschen [Sure 11. Vers 6]. Gott bestimmt etwas, wie z.B, das Aussehen eines Menschen, wie auch der Zeitpunkt des Todes. Der freie Wille hat die Fähigkeit, gewisse Sachen zu ändern, wie zum Beispiel unsere Nase durch die Schönheitsoperation. Dazu gehört auch, daß wir die Fähigkeit dazu besitzen die Vorherbestimmte Zeit des Todes zu verändern, in dem wir mit unserer Entscheidungsfreiheit jeden moment jemanden töten, oder uns selbst das Leben nehmen können. Das hat nicht das geringste damit zu tun, dass wir Gottes Gesetze ändern was Er festgelegt oder geplant hat, (denn das kann keine existierende macht außer Gott), sondern durch unseren freien willen die Fähigkeit besitzen, gewisse Gesetze zu brechen, woraufhin wir die Verantwortung dafür tragen und Rechenschaft für unsere Taten ablegen werden.

Wenn sich ein Mensch zum Beispiel entschließt, eine Sünde zu begehen, und sich danach richtet, lässt Gott diese Sünde entsprechend dem Wunsch Seines Geschöpfes zu. Gott hat uns, den Menschen, Kraft und Willen erteilt. Falls ein Mensch seine Kraft und seinen Willen für eine Angelegenheit einsetzt, nennt man dies “Ertrag” (Kasb). Gott gestaltet diese Taten entsprechend dem Willen dieses Menschen, und dies ist ein Schicksal, eine “Erschaffung”. Da dieser Ertrag dem freien Willen und der Entscheidungsfreiheit dieses Menschen entspricht, kann Gott ihn dafür zur Verantwortung ziehen. Der Mensch darf sich seiner Verantwortung nicht entziehen, indem er meint, er habe es lediglich dem Schicksal überlassen. (Ömer Nasuhi Bilmen, Feinheiten Islamischen Glaubens).

Die Vorherbestimmung ist in den Natur und Lebensgesetzen zu sehen, und nicht in der Bedeutung, die Freiheit des Menschen einzuschränken.

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2 Responses to Schicksal und Vorherbestimmung

  1. halim says:

    Dazu gehört auch, daß wir die Fähigkeit dazu besitzen die Vorherbestimmte Zeit des Todes zu verändern, in dem wir mit unserer Entscheidungsfreiheit jeden moment jemanden töten, oder uns selbst das Leben nehmen können.
    ——————–
    nein stimmt nicht denn
    wir können nicht die vorherbestimmte Zeit des Todes nicht ändern,weil wir frei entscheiden können. denn woher können wir die vorherbestimmte Zeit des Todes wissen um es zu manipulieren?
    also ich meine wenn der Mensch X in zeit T1 sterben muss dann allah weiss es genau
    ,wie der Mensch sterbt,natürliche tot oder was auch immer sein kann.
    wassalam aleikum warahmato allah
    der Bruder halim

  2. Baycan Yanar says:

    As salamu aleikum bruder Halim. Wir brauchen nicht den Zeitpunkt des Todes wissen, um es manipulieren zu können. Dies ist im Bereich des Verborgenen, wozu wir keinen Zugang haben. Salamu aleikum.

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